Sonntag, 6. Mai 2012

Wieder nass und kalt... Tag 5 (06.05.2012)

Heutige Etappe: ca. 57 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 340 km

Nach einer trockenen und trocknenden Nacht durfte ich ganz gediegen im Rittersaal dieses alten Gemäuers mein Morgenmahl zu mir nehmen.Nachdem dann wieder alles trocken verstaut war brach ich motiviert zu einer regenfreien Tour auf. Leider wurde meine Hoffnung nach nur kurzer Strecke durch einsetzenden Nieselregen zu Nichte gemacht. Als es dann leider nicht weniger wurde, blieb  mir nur noch ein Blick auf die Karte und in den Himmel, um dabei einen guten Kompromis zwischen Regennässe und gefahrener Strecke zu finden, bei welcher ich trotz kalter Zehen entspannt Einschlafen könnte.

Soest war mit ungefähr 50 Kilometer das Ziel, welches gut in diese Überlegungen passte. Auch wenn es dann doch nur noch nieselte zum Ende der Strecke, kann ich durchgefroren und etwas demotiviert bei der dortigen Jugendherberge. Das nette Ambiente, eine supernette Herbergs"mutter" und eine ausgiebige Dusche, welche meinen Zehen wieder zu einem ersten Kribbeln verhalf, entschädigte mich jedoch um ein vielfaches dafür.

Eines hatte ich jedoch noch beim Verlassen von Paderborn mitgenommen.
Das Thema Pilgern ist hier doch eine verbreitertere Sache als im evangelisch geprägten Niedersachsen. So begleiteten mich lange Zeit die blauen Aufkleber mit der gelben Jakobsmuschel an fast jeder dritten Strassenlaterne und bestätigten mir wieder mal, dass ich noch auf dem richtigen Weg war.



Wie die alten Ritter im passenden Saal gefrühstückt...

Die zweite und nicht die letzte Muschel als Hinweis auf das Ziel...

Strecke Paderborn - Soest

Samstag, 5. Mai 2012

Heute war wohl nichts mit Sonne.. Tag 4 ( 05.05.2012)

Heutige Etappe: ca. 54 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 283 km

Heute Morgen habe ich mir ein Foto vom Zelt auf dem Zeltplatz in Lemgon gespart. Schon in den frühen Stunden hörte ich das Klatschen des Regens auf das Zelt, welches meine Stimmung nicht gerade hob.
Nachdem mir das Liegen im Zelt dann doch zu lange wurde habe ich einfach konsequent mein Zelt bei Regen eingetütet, den Rest des Gepäcks auf die Satteltaschen verteilt und bin aufgebrochen.
Erstes Ziel war dann Lemgo selber, wo ich noch die Hoffnung hatte, nach einem kleinen Frühstück in einem Bachshop doch noch das Ende des Regens zu erleben. Wie ich jedoch jetzt im Nachhinein weis, hääte der Shop längst schon wieder geschlossen gehabt und der Regen hätte nicht aufgehört. 
So entschloss ich mich dann doch aufzubrechen und geschützt mit einem Regenponcho die nächsten Kilometer zu bewältigen. 
Das die Hände und Beine dabei nass wurden konnte ich relativ gut ertragen, doch das dann zunehmend das Gefühl in den nassen Zehen sich verabschiedete machte mir dann doch Sorgen. Zum Glück war ich landschaftlich dem hügeligen wieder etwas entronnen, sodaß es wenigstens mit der Geschwindigkeit dem nächsten Stop entgegen ging. 
Paderborn kam immer näher, das Wetter wurde nicht besser sodaß ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft machte. Zum Zelten auf einer matschigen Wiese in einem nassen Zelt von der Vornacht hatte ich überhaupt keine Lust, sodaß ich mich auf die Suche. nach einer Jugendherberge machte.
Dass es so sein sollte, zeigte mir dann meine Nachfrage in der Jugendherberge Heiersburg. So konnte mir die nette Dame dort dann doch noch das allerletzte kleine Zimmer, sogar mit eigenem kleinen Badezimmer anbieten. 
Da gab es doch gar keine Frage, dass ich sofort zuschlug, mir sogar endlich mal wieder einen Jugendherbergsausweis ausstellen lies und diese Nacht nicht nur zum Schlafen, sondern auch zum Trocknen aller nassen Gegenständen auf und vor allen erreichbaren Heizkörpern nutzte.


Strecke Lemgo-Paderborn

Freitag, 4. Mai 2012

Erste Hügel... Tag 3 (04.05.2012)

Heutige Etappe: ca. 99 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 229 km

Eigentlich hatte ich mich ja auf das Zelten eingestellt, doch wie ich schon auf zurückliegenden Fahrradtouren feststellen musste, machen sich die passenden Plätze dazu gerade dann rar, wenn man sie brauchen könnte. Und das besonders in den Abendstunden. Und dann mal eben noch mal schnell 20 Kilometer weiter zu fahren bedarf oft übernatürlicher Motivation. Da mir diese gestern Abend einfach gefehlt hatte, entschied ich mich spontan zur Einkehr in ein Haus der Naturfreunde in Nienburg an der Weser. Somit, nach einer trockenen Nacht in einem riesigen Sechsbettzimmer ohne weitere Mitschläfer, erwachte ich heute motiviert zum nächsten Streckenabschnitt. 
War es Morgens auch noch trüb, so zeigte sich ab 11 Uhr sogar die Sonne und begleitete mich bis zum Abend. War um das Steinhuder Meer herum die Landschaft noch eben, so stellten sich alsbald erste leichte Hügel ein. Für mich als Flachlandradler doch schon eine erste Herausforderung. 
Natürlich gibt es auch in den Norddeutschen Niederungen mal ein auf und ab, doch erstrecken sich diese nicht über Kilometer. Zum Glück gibt es als Belohnung für die Mühe des Aufstiegs dann die rasant Abfahrt. Ok, ich gebe zu, dass ich nicht jede Steigung geschafft habe und auch gerne mal meinen Drahtesel geschoben habe... 

Dieses mal brachte mich mein Strampeln bis nach Lemgo, wo ich mal wieder 
ein nettes Plätzchen für die Nacht auf einem Campingplatz gefunden hatte.
Ich spüre, wie verwöhnt ich doch eigentlich bin, denn noch immer ist eine
angenehme Dusche nach dem Tag auf dem Sattel eine Wohltat für mich. Das muss sich ändern. Nicht immer werde ich diesen Luxus haben und ihn dann ganz schnell vermissen.



Da war ich ganz schön aus der Puste als ich mein Rad  endlich oben hatte.
Route Nienburg - Lemgo


Donnerstag, 3. Mai 2012

Unterwegs... Tag 2 (03.05.2012)

Heutige Etappe: ca. 75 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 130 km

Nach einer ersten Nacht in meinem neuen kleinen Zelt, welches sich tatsächlich als sehr geräumig und komfortabel im Aufbau erwiesen hatte, konnte ich motiviert in den ersten vollen Reisetag starten.
Von den Krämpfen, welche mich in der Nacht geplagt hatten, spürte ich am Morgen, dank ausreichend Magnesium aus der Erste Hilfe Tasche, liebevoll zusammengestellt von meiner Privatkrankenschwester, erst mal nichts mehr. 

In Soltau selbst dann gemütlich gefrühstückt und noch ein paar Dinge eingekauft. Hatte doch tatsächlich meine Jacke vergessen einzupacken.
Dann konnte es endlich losgehen und auch das Wetter spielte ordentlich mit.
Kurz hinter Soltau dann die erste prägende Entdeckung: Das allererste Zeichen der Muschel (Sinnbild für alles was mit dem Pilgern nach Santiago zu tun hat).
Jetzt war ich mir sicher, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Klein und fein, meine Stoffhütte fürs Zelten.


Die Jakobsmuschel,... Hier bin ich wohl auf dem richtigen Weg!

Auch eine Pause musste mal sein...


Tourverlauf: Soltau bis Nienburg an der Weser

Mittwoch, 2. Mai 2012

Jetzt gehts los... Tag 1 (02.05.2012)

Heutige Etappe: ca. 55 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 55 km

Da kann man sich noch so gut und lange vorbereiten, irgendwann kommt der Zeitpunkt des Aufbrechens und es gibt kein Zurück mehr.
Auch wenn selbst am heutigen Tag noch so viel erledigt sein sollte und wollte, konnte ich es nicht weiter hinausschieben. Schliesslich sollten ja noch ein paar Kilometer bewaeltigt werden.
Gegen 17:00 Uhr waren endlich alle Satteltaschen und Gepaeckrollen montiert und es konnte losgehen. Man war das ein Gewicht, welches ploetzlich bewegt werden wollte.
Die ersten Kilometer wurde ich natuerlich von meiner Lieblingsfotografeuse begleitet, welche trotz Abschiedsschmerz tapfer die Kamera gefuehrt hat.



Doch irgendwann war es soweit und ich musste alleine meine Tour beginnen.
Adieu Lueneburg























Für jene, welche mich noch etwas intensiver auf meiner Reise begleiten möchten, versuche ich auch immer einen kleinen Streckenplan anzuhängen.


Die erste Etappe: Von Zuhause (Lüneburg) bis nach Soltau

Dienstag, 1. Mai 2012

Vorbereiten kann auch Spass machen ...(Teil 2)

Wenn ich mich schon auf eine ganz besondere Reise mache, dann soll sie sich doch auch ein wenig vom Standard unterscheiden. Sie soll eine ordentliche Herausforderung sein.
So habe ich mich entschlossen die Anreise zu meinem Ausgangspunkt des Caminos, naemlich Saint-Jean-Pied-de-Port, mit dem Fahrrad von Lueneburg aus zu bewaeltigen. Den klassischen Camino Frances plane ich zu Fuss zurueckzulegen. Klar ist dann noch das Stueck von Santiago de Compostela weiter zu Cap Finisterre. Eben das Ende der Welt, meinem Ziel und Titel dieses elektronischen Tagebuechleins.
Doch nun zum Spass. Fuer die besagte Fahrradetappe musste ein passendes Reiserad her. Aus einem gefundenen Rahmen und etlichem neuen Teilen wurde im Handumdrehen ein flottes Transportmittel.
Aber seht einfach selber.
Viel Spass dabei wuenscht
Eike


Ohne Vorbereitung nix Los... (Teil 1)

Wenn einer eine Reise tut, heißt es so nett, dann könnt er was erleben...
Klar gibt es auf so einem Tripp bestimmt eine Menge zu sehen und zu erleben. Neue Eindrücke, gewaltige Landschaften, nette und nicht so nette Menschen, etc.
Doch vorher gibt es noch so viel zu bedenken und zu tun. Da diese Reise für mich auch so eine Art Scheidepunkt in meinem Leben darstellen soll, bedurfte es auch hier weiterführender Überlegungen.
Da ich auch die Möglichkeit in Betracht ziehen wollte, nicht mehr zurück kommen zu wollen oder zu können, war dieses ein passender Augenblick auch mal etwas Ballast abzuwerfen.
Auch wenn ich mit Erschrecken feststellen musste wie viele Dinge man doch so um sich sammelt, habe ich es leider nicht geschafft alles zu meiner Zufriedenheit zu hinterlassen.
Möge ich doch bei einem wieder Zurückkommen ausreichend Energie für den Rest mitbringen.
Immerhin haben das gut Ebay und ein genügsamer Kachelofen kräftig beim Ausmisten geholfen.
Viele Dinge, welche mich nicht mehr belasten und auch ein wenig meine Reisekasse aufgebessert haben.