Sonntag, 13. Mai 2012

Gewässerwechsel... Tag 12 (13.05.2012)


Heutige Etappe: 107 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 821 km

Da ich am Vorabend ja mal zu einer recht entspannten Zeit in meinem Nachtquartier angekommen bin, fiel mir ein früher Start in den Sonntagmorgen nicht schwer. Kurz gefrühstückt und schnell gepackt, und schon ging es gegen neun Uhr los zu meiner dritten und auch schon letzten Rheinetappe. Hatte sich um Wiesbaden und Mainz die Bebauung stark am Rheinufer ausgedehnt, so wurde sie nun weiter rheinaufwärts wieder lichter und weindörflicher. Und natürlich sonntäglich verschlafener. Selbst das Wetter machte dem Wochentag und dem heutigen Muttertag alle Ehre. Leider wehte durch das Rheintal ein von den derzeitigen Eisheiligen geprägter Wind. Aber irgendwas ist ja immer...
So langsam bewegte ich mich auf Worms zu. Hier begann sich langsam abzuzeichnen, dass der Rhein nicht nur nördlich von Bonn auch ein Industriegewässer ist. Ganz extrem wurde es dann, als ich nach Ludwigshafen kam. Dort musste ich Abschied von Vater Rhein nehmen, da sich ein riesiges Industriegelände, dominiert vom größten Arbeitgeber der Region, der Firma BASF, des Rheinufers bemächtigt hatte. In Ludwigshafen überquerte ich dann den Fluß, ein letzter Abschiedsblick und landete in Nullkommanichts in meiner Geburtsstadt Mannheim. Unbeeindruckt von Muttertagstrubel machte ich mich auf die Suche nach meinem neuen Reisebegleiter. Dieser war schnell gefunden, schlängelte er sich doch dominierend durch Mannheim, bevor er sich dann in den Rhein ergiesst. Der gute alte Neckar, der Fluß der Schwaben, kam schon beim ersten Anblick symphatischer daher. War der Rhein zwischen den Hängen eingeklemmt, so wird der Neckar meist durch weitläufige Flussauen gesäumt. Hier sehe ich Störche und Kraniche. Eben alles viel natürlicher. Heute schaffe ich es bis nach Heidelberg, wo ich mal wieder zum Zelten komme.
Etappe von Mainz nach Heidelberg
Letzter Blick auf den Rhein bei Ludwigshafen

Rhein bei Mannheim
Erster Kontakt mit dem Neckar


Mannheim, meine Geburtsstadt
Mannheim am Sonntagnachmittag

Samstag, 12. Mai 2012

Rheinspringer... Tag 11 (12.05.2012)

Heutige Etappe: 63 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 714 km
Frisch ausgeschlafen geht es heute weiter den Rhein aufwärts. Nach einem Abstecher durch die Weinberge um Oberwesel zieht es mich dann doch wieder hinab an den Fluß. Dort ist es einfach ebener und die Wegeführung netter. Und fast hätte ich so den Sprung über den 50.ten Längengrad verpasst. War auch fast zu übersehen... Bis nach Bingen bleibe ich noch linksrheinisches. Dort wechsle ich per Fähre auf die andere Seite und lande mitten in einem der Highlights aller japanischen Touristen. Das Weinstädtchen Rüdesheim mit seiner berühmten Drosselgasse ist einer der Verkaufshöhepunkte für schwarzwälder Kuckucksuhren. Dabei kommen die doch von ganz wo anders her. Weiter gehts durch die Weinörtchen des Rheingaus bis nach Wiesbaden. Man hat sich das verändert. Ok, ich war ja schon fast 25 Jahre nicht mehr dort. Dann doch schnell wieder ein Sprung über den Rhein und auf ein mal stand ich mitten in Mainz. Von der Annehmlichkeit fester Bebauung verwöhnt, war die nächste Jugendherberge schnell gefunden, wo ich mir dieses mal das Quartier mit einem älteren japanischen Touristen teilen dufte. Ob der wohl schon eine Kuckucksuhr fotografiert hatte???
Tour von Oberwesel bis nach Mainz

Jugendherberge in Oberwesel


Der erste Breitengrad wäre geschafft.
Blick über das Rheintal bei Oberwesel
Wenn das kein "Herzlich Willkommen" ist

Freitag, 11. Mai 2012

Side by Side mit Vatern Rhein... Tag 10 (11.05.2012)


Heutige Etappe: 104 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 651 km

Nach langem mal wieder im Zelt Übernachtet. Und trotz des mässigen Klimas war es nicht kalt. Nachts konnte man die Geräusche der vorbeifahrenden Binnenkähne und der Güterzüge hören, welche sich auf oder neben dem Rhein fortbewegen. Ich startete bei bedecktem Himmel und freute mich alsbald über die einsetzenden Sonnenstrahlen. Es ergaben sich sogar erste Unterhaltungen mit anderen Radtouristen und Hobbyradlern. Eine begleitete mich sogar 5 Kilometer bis ich dann doch aufgeben musste, weil ich sein Rennradtempo ohne Gepäck nicht auf Dauer mithalten konnte. Leider musste ich meine lange ersehnte Frühstücksmittagspause spontan abbrechen, nachdem sich ein heftiger. Schauer über mich ergoß. Zum Glück konnte ich mich in einem Wartehäuschen in Sicherheit bringen. Dummerweise begleitete mich ab dann ein stetiger Nieselregen. Zum Glück war es nicht so kalt. Ich tritt umso kräftiger in die Pedale und erreichte zum frühen Abend das Jugendhästehaus in Oberwesel. Blöderweise war nirgends zu ersehen, dass dieses weit oben über dem Ort lag, was eine heftige Tagesabschlußbergetappe bedeutete.


























Etappe von Bad Godesberg nach Oberwesel



Donnerstag, 10. Mai 2012

Auf zum ersten Etappenziel... Tag 09 (10.05.2012)


Heutige Etappe: 80 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 547 km

Auch wenn ich mich in Kotthausen gut aufgehoben gefühlt habe, mein herzlicher Dank hierfür geht an Gitte, Geli, Mona, Peter, Tom, Reini und natürlich Bonny, juckt es mich schon wieder in den Beinen. Der Blick auf das Wetterradar und die strahlende Sonne bestätigen meine Reisegelüste. Kurz nach Mittag schwinge ich mich auf den Sattel und los geht es. Dieses Mal hauptsächlich mit Tendenz bergab. Entlang der Agger in Richtung Siegburg. Von dort zu meinem ersten Etappenziel: In Bonn erwartet mich der gute alte Vater Rhein. Auch wenn es leider nun nicht mehr ganz so sonnig ist, entschließe ich mich heute fürs Campen. Jetzt noch mal schnell ein paar Kilometer entlang des Flusses abgestrampelt. Es rollt wie. verrückt... Ist eben doch etwas anderes als durch die "Berge".

Blick rheinabwärts Richtung Bonn
Blick rheinaufwärts - Mein neues Ziel
Etappe von Kotthausen nach Bad Godesberg














Mittwoch, 9. Mai 2012

Ich mach dann mal Pause... Tag 8 (09.05.2012)

Heutige Etappe: mal keine km - Gesamtstrecke bisher: ca. 467 km
Zeit für Ruhe und zum Nachdenken.
Den heutigen Tag gönnte ich mir mal Erholung.
Gut aufgehoben im Bergischen bei einer lieben Bekannten nutzte ich heute den wechselhaften Tag um ein wenig meinen Blog und mein Emailpostfach zu pflegen. So an einem heimischen PC ist es eben doch einfacher als immer auf einem Smartphone herumzutippen. Ein bisschen Wäschewaschen war auch gar nicht so schlecht. Und da sich hier heute Sonne und Regenschauer viertelstündlich die Hand gaben war eh nicht an Weiterreisen zu denken. Nach einer kleinen Sightseeingtour durch Marienheide endete der Tag mit einem leckeren Besuch in einer Tapasbar an der Brochertalsperre.

Dienstag, 8. Mai 2012

Das habe ich nun davon... Tag 7 (08.05.2012)

Heutige Etappe: ca. 32 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 467 km

Als ich heute Morgen erwachte hätte mir die Sonne ins Gesicht geschienen, wären da nicht die Jalousie herunter gewesen und die Autobahnbrücke im Weg gewesen.
Nach einem kleinen netten Frühstück mit Geschichten von Großmutter Hesse gings dann weiter Auf meiner Tour.
Vorbei an mehreren Stauseen, welche es hier im Bergischen Land zu hauf gibt, war mein heutiges Ziel Kotthausen bei Marienheide. Dort erwartete mich nicht nur eine liebe alte Bekannte mit regem Familienanschluß, sondern auch die Einladung zu einem Grill- und Spieleabend.
Auch wenn ich dort bereits zum frühen Nachmittag eintraf, hatten die wenigen Fahrstunden ausgereicht mir auf den Armen und Beinen einen kleinen Sonnenbrand zu holen. Naja, immer noch besser als abgestorbene Zehen.



Blick aus dem Pensionszimmer auf die Autobahnbrücke



Frühstück bei Mutter Hesse

Etappe von Lüdenscheid nach Kotthausen



Montag, 7. Mai 2012

Die Hoffnung stirb zuletzt... Tag 6 (07.05.2012)

Heutige Etappe: ca. 95 km - Gesamtstrecke bisher: ca. 435 km

Nach einer erholsamen Nacht in der Jugendherberge Soest und einem kräftigendem kleinen Frühstück ging heute der erste Blick auf das Wetterradar. Bitte nicht wieder ein Regentag. Gestern in der Ebene ging das gerade noch so gegen den Regen anzufahren. Aber heute soll es ins Bergisch Land gehen. Und Nomen ist Omen.... Naja, die Vorhersage war noch positiv.
So stellte ich mich erst mal nur auf Kälte ein. Und ich hatte wirklich Glück. Es kam auch nur Kälte.


Meinen Füssen war das alles ziemlich egal, kalt waren sie auch so. Die nötige Wärme ergab sich dann ganz einfach bei der Bewältigung der Steigungen um den einen oder anderen Bergrücken zu überwinden, welcher diese Regionen hier so durchzieht. Natürlich wurde ich für jede Steigung mit einer zünftigen Berabfahrt belohnt. 
Leider konnte ich diese heute so gar nicht richtig geniessen. Den wenn es sich anfühlt, als ob der sich soeben beim mühsamen Strampeln gebildete Schweiß dann in der Kälte auf dem Rücken wiederum Eiskristalle bildet, dann ist es eher eine unangenehme Erfahrung.

Aber ich will mich ja nicht wirklich beschweren. Es ging trotz allem sehr gut voran und ich erreichte dann gegen späten Abend die Stadt Lüdenscheid. Schade nur, dass es hier weder einen Campingplatz, eine Jugendherberge oder ein Naturfreundhaus gibt, welches sich über das Internet ausfindig machen liese.
Dass ich dann nach einer langen Suche und Odysee erst gegen zehn Uhr eine kleine nette Pension erreichte war dann schon eher eine wundersame Fügung. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass diese unterhalb einer
Autobahnhochbrücke lag. Zum Glück war mein Schlaf so gut, dass mich das nächtliche LKW-Rauschen nicht weiter störte.
Route Soest-Lüdenscheid